credo

Summary

Structure/Hierarchy

Die Kirche von Sirra entspricht dem kulturellen Motor des Sirratals, ihr Oberhaupt ist der Pontifex aquae und ihr Gott ist der Dominus Aeterni Fons.


Ecclesia Aeterni Fons

Die Ecclesia Aeterni Fons (dt. Kirche der Ewigen Quelle) ist das religiöse und politische Fundament des Sirratals. Sie etablierte nach der Großen Flut eine isolationistische Theokratie, die das Element Wasser als göttliche Manifestation und einziges Mittel zur spirituellen Reinigung verehrt.


1. Fundament und Dogma

Der Dominus Aeterni Fons

Der „Herr der Quelle“ ist die Personifikation Gottes. Er wird oft als Meermann dargestellt und gilt als Ursprung der Flut, die die Welt von den Sündern reinigte. Seine Gnade manifestiert sich im Wasser des Tales.

Das Diluvium (Die Flut)

Gemäß dem Dogma schickte der Herr die Flut von einer versteckten Quelle im Osten, um den menschlichen Schmutz der restlichen Welt zu tilgen. Nur das Sirratal wurde durch das Verhandlungsgeschick des ersten heiligen Pontifex aquae, Wilhelm Sedric Murawitsch, verschont und als gesegneter Platz erwählt.

Die Lex Hydrologica

„Das Gesetz des Fließens besagt: Wie das Wasser von den Gipfeln in die Täler strebt, so fließt die Weisheit des Dominus Aeterni Fons durch den Pontifex aquae in die Seelen der Gläubigen. Wer den Fluss staut, staut die Gnade. Wer den Strom teilt, spaltet die Kirche.“

Auszug aus dem Liber Aquarum, Kapitel IV.


2. Hierarchie & Struktur

Der Pontifex Aquae

Das absolute Oberhaupt der Kirche und des Staates. Er trägt das Aquaecapellum, die heilige Krone, und gilt als Stellvertreter Gottes auf Erden.

Die Pontifex Mani

Direkt vom Pontifex Aquae ernannte Vertrauenspersonen. Sie besitzen die Vollmacht, sakrale Handlungen im Namen des Oberhaupts auszuführen, um den enormen Kontrollaufwand der Theokratie zu bewältigen.

Die Hydro-Bürokratie

Um die physische und spirituelle Reinheit des Wassers zu gewährleisten, unterhält die Kirche spezialisierte Ämter:

  • Custos Fontis (Wächter der Quelle): Eine militärische Einheit, die die Bergquellen und Dorfbrunnen vor Verunreinigungen und unbefugtem Zugriff schützt.

  • Calculatoren des Stroms: Priester-Ingenieure, die den Wasserdruck und die Verteilung zu den Maschinen und Mühlen überwachen. Sie interpretieren Druckschwankungen als göttliche Omen.


3. Sakrale Praktiken & Liturgie

Lavatio & Bibendum

  • Lavatio (Waschung): Die tägliche Reinigung von Körper und Kleidung ist ein gottesgefälliger Akt. Schmutz gilt als Zeichen der Sündhaftigkeit der Außenwelt.

  • Bibendum (Trinken): Brunnenwasser muss ungefiltert genossen werden, um seine heilende Wirkung zu entfalten.

Aquae benedictae processus

Die heilige Segnung der Bierproduktion. Nur Bier mit dem Siegel der Kirche darf vermarktet werden. Dies stellt sicher, dass ein Teil der Produktion als „monetärer Gegenwert“ direkt an die Hallen der Ecclesia fließt.

Silentium Diluvii (Das Schweigen der Flut)

Ein jährlicher Feiertag zum Gedenken an die Große Flut. Für 24 Stunden werden alle Wasserräder gestoppt und Brunnen versiegelt. Das gesamte Tal verharrt in Stille, um die Errettung durch Murawitsch zu feiern.


4. Architektur & Reliquien

Palatium Fluitans (Der Fließende Palast)

Der Sitz der Macht. Die Architektur ist so gestaltet, dass jeder Bittsteller, der den Thron des Pontifex erreichen will, durch ein flaches Wasserbecken schreiten muss – ein obligatorischer, ständiger Akt der Lavatio.

Vasa Murawitsch

Ein heiliges Gefäß, das angeblich das erste Wasser enthält, welches der Herr der Quelle nach der Abspaltung des Tals direkt an den ersten Pontifex übergab. Es ist das Symbol für den Bund zwischen Gott und dem Volk von Sirra.


5. Rechtsprechung & Feindbilder

Sünder der Trockenheit

Das schlimmste Verbrechen innerhalb der Ecclesia ist die Excommunicatio Sicca (Die trockene Exkommunikation). Da Wasser heilig ist, wird den Verurteilten jeglicher Zugang zu Brunnen oder geweihtem Bier untersagt. Sie werden physisch und spirituell verdursten gelassen, da sie der Gnade des Herrn unwürdig sind.

Die Außenwelt

Die Bewohner des Rests der Welt (VEU) werden als „Staubgeborene“ betrachtet – Sünder, die in einer ewigen Wüste ohne göttliches Wasser leben müssen, da sie nicht Teil des Bundes sind.