In der Gesellschaft des Sirratals findet der sogenannte “Lord Well” einen zentralen spirituellen Platz in jedem gläubigen Haushalt. Da im Sirratal eine strenge theologische Lehre zu Ehren des Lord of Spring vorherrschend war und von der Sirrataler Kirche vorgegeben wurde, konnte man tatsächlich fast in jedem Haushalt einen dieser Brunnen in verschiedensten Ausführungen vorfinden.
In der Sirrataler Gesellschaft war es ein Zeichen von Höflichkeit und gutem Anstand, sich beim Eintritt in ein Heim die Hände mit frischem sauberen Wasser zu waschen. Dazu wurde in der Regel ein kurzes Mantra zu Ehren des Lord of Spring gesprochen. Je wohlhabender ein Haushalt war, desto aufwändiger waren die Brunnen gestaltet und desto wertvollere Materialien wurden dafür verwendet. Größere Anwesen wie das Sirr’Wall Mansion besaßen gar einen eigenen Raum im Eingangsreich, der nur dem Brunnen gewidmet war. Der Lord Well des Sirr’Wall Mansion ist aus feinem Granit aus dem Sirratal aus einem Stück von Theodor Walter gefertigt worden. Er wurde bereits in der ersten Bauphase des Anwesens erstellt und zeugt daher von einer gewissen Schlichtheit. Gleich drei Abbilder des Lord of Spring halten die Schale des Brunnens über ihren Köpfen und in der Mitte ist der Abfluss des Beckens ganz leicht abfallend eingearbeitet worden. Die Abbilder sind einem Meermann nachempfunden, der den durch die Sirrataler Kirche geprägten Kopfschmuck trägt, der wiederum mit dem Symbol der Kirche geschmückt ist. Das Wasser wurde über ein Kupferrohr, aus der Mitte des Abflusses kommend, über vier Ausgüsse über das Becken verteilt. Der Wasserfluss des Brunnens wurde nie abgestellt, was einen hohen Reinigungsbedarf des Beckens bedeutete.