Summary
Der Melranier wird vom Sicherheitspersonal aus dem Shuttle gebracht, während er lautstark seine Rechte einfordert. Die Gruppe beschließt, eine Transportmöglichkeit nach Bethlehem zu suchen, und durchstreift den chaotischen Raumhafen von Neu-Kairo. Dabei stoßen sie auf nervöse Marktstände und überwachte Passanten. Als sie sich überlegen, den Gefangenen aus der Urne zu lassen, stellt sich heraus, dass er bereits entkommen ist. Verwirrt suchen sie nach einer Lösung, bis der Geist sie darauf hinweist, dass sie sich in Ägypten befinden. Sie bitten ihn um Hilfe bei der Suche nach einem Taxi und planen, schnellstmöglich nach Bethlehem zu gelangen, um den Dämon zu entfernen. Währenddessen bemerken sie einen Tumult auf dem Platz, als jemand einen Dschinn beschuldigt, was Polymeropulos empört.
Story
“Lassen Sie mich, ich habe Rechte!”
Der Melranier wird neben uns vom Sicherheitspersonal aus dem Shuttle gebracht.
“Sir, bitte bleiben Sie ruhig und folgen Sie uns.”
“Systemgesindel!”
Barres blickt mich von der Seite her an.
“Wieder ein komisches Gefühl? Geht mir auch so, aber das liegt glaube ich nicht daran, dass er recht unbescholten ist.”
Ich schüttle den Kopf.
“Nein, das sicher nicht.”
“Kommen Sie, meine Herrschaften, wir sollten uns eine Transportmöglichkeit nach Bethlehem suchen, die Sonne wird bald aufgehen.”
Ich nicke der Audiatorin zu und wir folgen ihr durch den Chaotischen Spaceport von Neu-Kairo. Wir kommen an verschiedensten Marktständen vorbei die möglicherweise oder möglicherweise auch nicht eine Erlaubnis dafür haben, auf jeden Fall reagieren einige von ihnen nervös auf die durchstreifenden Sicherheitsleute.
“Ich dachte die arbeiten hier nicht vor Sonnenaufgang?”
Merkt Barres an, während wir uns einen Weg durch den Hafen bahnen.
“Wie alles auf Terra ist scheinbar auch dieses Thema Auslegungssache und wird nur halbherzig umgesetzt und auch nur von denen die daran glauben. Aber verwechseln Sie niemals mangelnde Einhaltung der Religionsgebote mit Toleranz oder gar Akzeptanz.”
Gibt die Professorin trocken zurück.
Wir kommen an einem Kiosk vorbei und holen uns einen Coffee to go, während wir weiterhin Ausschau nach Taxis halten.
“Sollen wir ihn langsam raus lassen? Vielleicht kann er uns helfen schneller einen Überblick über den Hafen zu bekommen.”
Meint Barres und nickt in Richtung seiner Tasche in der die Urne liegt.
“Ich hätte gehofft, dass wir damit noch etwas warten könnten, aber ich gebe Ihnen recht, Herr Barres, lassen Sie ihn heraus.”
Nickt Kor Sean zu, während ich nur mit den Schultern zucke.
Sean nimmt die Urne heraus und schraubt den Deckel ab. Ein kalter Sog zieht aus dem Gefäß heraus und…
Das wars.
“Herr Polymeropulos?”
Barres blickt mit einem Auge in die Urne.
“Drinnen ist er jedenfalls nicht mehr.”
Ich runzle die Stirn.
“Meinen Sie, dass wir ihn zu weit von seinen Überresten fortgebracht haben?”
“Geht sowas denn? Ich meine wo liegt dann die Grenze?”
Ein lautes Räuspern umfängt uns und die Audiatorin rümpft die Nase.
“Scheinbar doch kein Thema, die weite Entfernung.”
“Es war eine Tortur, eingesperrt in diesem winzigen Gefäß. Ich habe eine Endlosigkeit damit verbracht mir auszumalen was passiert, wenn die Demon Hunter eingehen würde… Für immer und ewig in einer kleinen Tonvase durch das unendliche All treibend… da gefriert selbst einem Geist das Ektoplasma in den Adern.”
“Ich glaube nicht, dass das mit dem Ektoplasma so…”
Kor hebt einen Finger und gibt Barres damit zu verstehen, dass es keinen Zweck hat.
“Wo sind wir hier? Ich glaube ich kenne diesen Ort…”
Der Geist runzelt die Stirn und zieht eine Runde über unseren Köpfen, während er kaum zu sehen ist.
“Eine rote Sonne die sich über dem östlichen Horizont erhebt, Leute mit kleinen Kappen und majestätische Säulen geziert von bunten zweidimensionalen Piktogrammen… Wir sind also in Ägypten.”
Wir nicken Polymeropulos zu.
“Dann lassen Sie mich bitte eines empfehlen”, er deutet auf den roten Schimmer, der sich beginnt über dem Horizont auszubreiten, “organisieren Sie rasch unsere Fahrt nach Bethlehem, oder Sie werden unter der brennenden Hitze verglühen.”
Die Audiatorin nickt.
“Wir hatten gehofft Sie könnten uns bei der Suche nach einem Taxi unterstützen? Ich glaube Sie hätten einen unbestreitbaren Vorteil beim Verschaffen eines Überblicks in dieser Masse aus Leuten, Ständen und Schildern.”
Der Geist stöhnt und zischt über unsere Köpfe hinweg.
“Und das, obwohl mir es eigentlich egal sein könnte.”
Leya Kor dreht sich zu mir.
“Wie geht es Ihnen Herr Kant?”
Sie deutet auf meinen Gehstock.
“Sie können sich gar nicht vorstellen, wie schön diese Stille in mir ist. Aber meine Beine haben einiges an Leistungsfähigkeit eingebüßt, das spüre ich auch.”
“Ja, Sie haben ewig geschlafen, Herr Kant, das spürt man gleich.”
Die Audiatorin nickt Sean zu.
“Jetzt sehen wir zu, dass wir Ihnen möglichst schnell diesen Parasiten entfernen, damit Sie sich wieder ordentlich erholen können.”
Ich nicke nur, während ich mich auf einer Bank niederlasse, um mich kurz auszuruhen.
Plötzlich hören wir einen Tumult auf der anderen Seite des Platzes und laute Rufe.
“Dschinn!”
“Ich verbitte mir diese ungebührliche Bezeichnung meiner Art!”
Polymeropulos, bitte…