Summary

Nachdem Naldor seine Kräfte eingesetzt hat, um die Menschen und Sin Lik von dem Melranier abzulenken und ihn zu retten, setzen sie ihre Fahrt fort und erreichen schließlich die Vorstadt von Bethlehem. Dort treffen sie auf Sin Lik, einen Melranier, der erklärt, dass er gekommen ist, um eine Wissenschaftlerin zu retten, die von der Armee von Jerusalem verfolgt wird. Die Wissenschaftlerin hat sich verkleidet, um unentdeckt zu bleiben, aber sie wurde möglicherweise enttarnt. Sin Lik erklärt, dass sie in der Nähe von Dayr Kirmizan ein Versteck hat. Die Gruppe beschließt, ihm bei der Rettung seiner Freundin zu helfen und sich auf den Weg zu ihrem Unterschlupf zu machen. Als Sin Lik fragt, wer sie sind und wie sie es geschafft haben, ihn zu retten, gibt die Audiatorin vor, einfache Pilger zu sein, die auf dem Weg zur Geburtskirche sind.

Story

Ich fühle wie Macht meinem Körper entweicht und um uns zu schwirren beginnt. Mit meiner Rechten klammere ich mich an meinem Gehstock fest während feine Fäden durch den Raum gleiten und die Leute einzuwickeln beginnen, gleich einer Spinne, die ihr Essen präpariert.

Plötzlich merke ich, wie einige der Leute sich einfach wegdrehen und von dem Melranier ablassen. Auch unser Fahrer blickt uns auf einmal mit ganz anderen Augen an.

Schließlich fühle ich, wie sich die Macht wieder beruhigt und sich mein Herzschlag wieder normalisiert.

Sean und Professorin Kor blicken mich mit großen Augen an.

“Alles in Ordnung bei Ihnen, Naldor?”

Ich nicke Sean nur kurz zu.

“Ja, ja, ich denke schon.”

Unser Fahrer nickt uns und dem Melranier zu, während die anderen Männer wieder an ihre Arbeit gehen und fordert uns auf wieder einzusteigen.

Der Melranier blickt uns nur unverständlich an zuckt mit den Schultern und verhüllt seinen markanten Kopf mit einer Kapuze.

Wir steigen ein und der Fahrer fährt uns stumm die letzten Stunden bis in die Vorstadt von Bethlehem.

Wir steigen aus, zahlen und finden uns hinter einem kleinen Haus zusammen, das uns Schatten spendet.

“Wer sind Sie? Und was machen Sie hier?”

Beginne ich an den Melranier gerichtet.

“Mein Name ist Sin Lik und ich bin hier, um jemanden zu retten, der mir sehr nahe steht. Sehen Sie, der ‘Grund’ für die Armee von Jerusalem ist das Abblocken und Fernhalten von anderen Spezies, wie Sie zweifelsohne schon mitbekommen haben. Sie werden hier ausschließlich Menschen vorfinden, alle anderen Arten werden als Parasiten hingerichtet, sowie es auch mir beinahe ergangen wäre.”

“Und die Person, die Sie retten müssen, sie ist hier in Bethlehem?”

Bohrt Barres nach.

Der Melranier nickt.

“Ich bin mir sicher. Sie ist eine Wissenschaftlerin und wollte mehr über die abrahamitischen Religionen herausfinden, deshalb haben sie ihre Studien hierher gebracht.”

“Wenn sie weiß, dass andere Arten hier nicht geduldet werden, warum hat sie das dennoch gemacht? Das hört sich nach einer Selbstmordaktion an.”

Runzelt Sean die Stirn.

“Deshalb hat sie sich verkleidet. Als Melranier lernt man das sehr früh im Umgang mit Menschen. Insbesondere auf ihrem verseuchten und dennoch geliebten Mutterplaneten.”

“Und sie wurde enttarnt?”

Sin Lik reißt erschrocken die Augen auf.

“Hoffentlich nicht! Bei Shoks drittem Auge, das wäre ihr Todesurteil.”

“Dann hat sie irgendwo ein Lager hier?”

Frage ich.

Sin nickt.

“Ja in der Nähe von Dayr Kirmizan hat sie einen kleinen Unterschlupf aufgebaut. Zumindest ist das die letzte Information die ich von ihr bekommen habe.”

“Und sie kennt sich in dieser Gegend aus oder?”

Hacke ich bei unserem neuen Kollegen nach.

“Selbstverständlich, sie ist jetzt schon seit über einem Jahr hier. Wie gesagt, der Kontakt zu ihr ist abgerissen, deshalb musste ich herkommen, ein Mensch hätte ihr niemals geholfen. Zumindest nicht in den Ostwüsten.”

Ich nicke Sin zu.

“Dann lassen Sie uns helfen Ihre Freundin zu finden, vielleicht kann sie uns zu unserem Ziel helfen.”

Der Melranier zuckt mit den Schultern.

“Wer seid ihr eigentlich? Und wie habt ihr es geschafft, dass die Menschen mich nicht einfach niedergeschossen haben?”

Die Audiatorin kommt Sean vor und ergreift das Wort.

“Einfache Pilger, auf dem Weg zu einem stillen Gebet bei der Geburtskirche unseres Herren, sind wir und unser Herr führt und leitet uns mit seiner Gnade.”

Sie faltet die Hände.

Bewundernswert und erschreckend zugleich, wie rasch und hochwertig sie diese Lüge parat hat.

Der Melranier verzieht nur leicht das Gesicht.

“Erstaunlich… Jedenfalls vielen Dank, ohne euch wäre ich niemals soweit gekommen.”