What happens

Hannah Lorendt ist District Gouverneur des Kantahan Disctrict in Falano. Sie verlor im letzten Jahr (12.1.3050) ihre Gattin und ihren Sohn durch einen Anschlag, der eigentlich ihr gegolten hatte. Sie hatte alles für ihren Job gegeben und war immer eine treue Galari. Seit dem Anschlag spielt sie allerdings immer öfter mit Suizidgedanken, bis ein Angebot von Suzanna Fari‘tak, Expansionsministerin von Falano, zu ihr kommt. Sie soll eine neue Kolonie auf Cigner Prime gründen und ihr vorstehen. Der Beschluss für die Kolonialisierung wurde am 3.1.3051 vom Kongress von Falano gefasst. Der Planet selbst ist in der habitablen Zone, allerdings ist nicht sehr viel über die dort heimische Flora und Fauna bekannt. Das Kartell ist am Erschließen neuer Ressourcen interessiert und es sollen zumindest andere Xenospecies dort beheimatet sein. Sie wollen Exponate und Kuriositäten nach Falano holen. Auch ist Galactic Fruits an neuen Mitteln interessiert und steigt als Hauptgeldgeber neben dem Kartell selbst ein. Der Hauptfaktor für die neue Kolonie ist allerdings ein festgestelltes großes Vorkommen des überaus seltenen Materials Lapis Somniorum. Leya Kor war intensiv gemeinsam mit der Walaux Akademie an der Erforschung involviert und hat vor der Beschlussfassung durch den Kongress das Vorhaben dadurch maßgeblich ermöglicht. Hannah Lorendt nimmt das Angebot Falano verlassen zu können sofort an. Das gesamte Projekt mit den erforderlichen KollegInnen wird ihr vom Kartell zur Verfügung gestellt mit dem Auftrag die Kolonie selbständig zu machen. Setup: Einführung von Hannah Lorendt Arbeitstag in ihrem Büro als Gouverneurin. Am Abend kommt sie nach Hause und bekommt einen Anruf des Galari Präsidenten Angebot für das Projekt mit der Bitte sie möge es sich überlegen und ihm ehestmöglich zurückmelden und bei ihm im Kartellpalast vorbeikommen. Der Tag muss extrem aufreibend sein, damit ihr Wunsch damit aufzuhören noch klarer wird und sie muss sehr passiv und uninteressiert sein. Ihre Depression wegen dem schweren Schlag muss sich abzeichnen, ohne, dass es der Leser jetzt schon weiß.

Kaptiel 1

“Die Gouverneurin nimmt selbst keine direkten Anfragen an, ich stelle Sie zum Bezirksamt durch, dort wird man sich um Ihr Anliegen kümmern.” Ich klicke in meinem Browser verschiedene Designvorlagen für mein Wohnzimmer durch, nicht, dass ich ein neues bräuchte, während ich die Gespräche meines Sekretärs im Vorzimmer durch die nur einen handbreiten geöffnete Bürotür wahrnehme. Plötzlich läutet mein Kanal und ich nehme ab. “Lorendt, bitte?” “Entschuldigen Sie Frau Gouverneurin, Herr McLaren wäre jetzt hier und möchte zu Ihnen, er hatte letzte Woche um einen Termin gebeten.” “Schicken Sie ihn herein, danke, Jacob.” Ich lege auf und minimiere den Tab in meinem Browser. Die Tür geht nun vollständig auf und ich sehe wie Jacob den Besuch, der in lange Roben gekleidet ist, hereinschickt. “Verehrteste Frau Lorendt, ich bedanke mich im Namen meiner Gemeinschaft herzlichst für die kurzfristige Audienz, insbesondere auch angesichts der kürzlichen…”, er zögert und ringt um die richtigen Worte, “Umstände. Wir haben für Sie gebetet.” Ich muss eine in mir hochsteigende Würgereaktion aktiv zurückhalten, während ich nur nicke. Er blickt mich mit großen Augen an. Abwartend. Ich erwidere nichts. “Also wir haben vor einem Jahr, um die Genehmigung zur Öffnung eines neuen Adamantzimmers angesucht und leider bisher nur Absagen erhalten.” Ich blicke in weiter schweigend an. “Die Sache ist die, dass wir dringend mehr Platz benötigen, um die Anzahl an neuen Beitritten unterbringen zu können. Wir feiern jetzt bereits die Messen in einem Schichtbetrieb.” Er bietet mir wieder mit einer kurzen Pause Gelegenheit zu reagieren, aber ich sehe noch keinen Grund dafür. “Scheinbar sind die Lokalitäten, die wir bisher vorgeschlagen haben ‘nicht der Sicherheit im Notfall Sorge tragend’ für die angegebenen Teilnehmerzahlen. Es stehen aber keine anderen Räumlichkeiten zur Verfügung.” “Der Kantahan District zählt über 50000 Wohn- Büro und Industriegebäude. Sie benötigen für ihren Messeraum eine singuläre Mietfläche von 200 Quadratmetern. Zusätzlich haben wir eine Initiative zum Sharing von Messeflächen, um den Raum noch schonender nutzen zu können. Kenne Sie unsere Initiative?” Der Mann nickt langsam. “Sehen Sie, unsere Kirche unterscheidet sich sehr stark von den Bräuchen und Prozedere aller anderen. Wir möchten vermeiden, dass wir Unmut auf uns ziehen indem wir gewisse ‘Hygienefaktoren’ einfordern.” Ich runzle die Stirn. Jetzt geht der eigentliche Zirkus los. “Von welchen ‘Hygienefaktoren’ sprechen wir denn genau?” Ich bin mir durchaus über die rassistischen Anschuldigungen in Richtung der Church of Rach Ahan bewusst. “Wir haben ein einigermaßen Komplexes Auswahlprozedere, wenn es um unsere Mitglieder geht. Das ist selbstverständlich rein auf gesinnungsbezogene Faktoren bezogen. Jetzt ist es relativ schwierig, wenn wir ein Adamatzimmer einrichten wollen wo Personen Zugang haben, die nicht unseren Kriterien entsprechend sind.” Ich zucke unbewusst mit den Schultern. “Wenn ihre Ansprüche sensibler sind als unser Gesetz, dann müssen Sie wohl in der Tat auf einen anderen Raum ausweichen.” Der Mann grinst mich nun breit an. “Ich wusste, ich könnte mit Ihnen darüber sprechen und Sie würden mich verstehen. Das heißt, wir können das Adamantzimmer in unserer vorgelegten Immobilie einrichten?” Ich nicke. “Sofern es den Gesetzen entsprechend hinreichend ist.” Sein Grinsen weicht einer leicht gerunzelten Stirn. “Aber die Bestimmungen können doch bestimmt etwas herabgesetzt werden angesichts unserer speziellen Lage, nicht?” Ich runzle bewusst provokant die Stirn. “Ich wüsste nicht warum für Sie andere Regeln und Gesetze gelten sollten?” “Sie haben doch verstanden, dass unsere Zugangsvoraussetzungen für Mitglieder sehr heikel sind.” “So wie auch für den Kelehrin Zirkel, die Neuweltkameliden Church und die Konservative Kirche des Heiligen Muhammad. Sie alle teilen sich eine Location mit Garten, Küche, Hygienezimmern und Büroflächen.” Der Mann nickt. “Und das ist auch großartig für die. Man muss allerdings auch zu bedenken geben, dass die alle im Wesentlichen jeden in ihre Reihen aufnehmen, die anklopfen…” “Was im Gesetz zur freien Religionsausübung in Falano auch so festgehalten ist. Es muss jedem Fehin das Recht eingeräumt werde jeder offiziell gemeldeten Religionsgemeinschaft beitreten zu dürfen. Ausschlüsse sind nur durch spezifische aggressive oder anderweitig schädigende Aktivitäten der Person der Gemeinschaft gegenüber über den Gerichtsweg erlaubt.” Der Mann blickt mich weiter an. “Ich komme nicht umhin zu bemerken, dass Sie etwas verstimmt scheinen.” Ich schüttle den Kopf. “Ich kann Ihnen versichern, dass das nicht der Fall ist.” “Darf ich Sie einfach bitten, uns diesen Raum für unsere Zwecke zu genehmigen, damit werden wir Sie auch nicht mehr belästigen und Sie können sich, um die Aufarbeitung Ihrer privaten Situation kümmern.” Ich fühle wie mir das Blut in den Kopf steigt und mein Herz schneller zu schlagen beginnt. Ich stehe auf, während mich der Mann mit großen Augen anstarrt, wohl merkend, dass er sich im Moment im Ton vergriffen hat. “Wenn Sie denken, meine ‘private Situation’ könnte der Bearbeitung Ihrer Anfrage dienlich sein, dann denke ich, dass Sie jetzt gehen sollten.” “Frau Lorendt, ich bitte Sie, es wäre doch für alle Parteien so schnell erledigt, wir bräuchten doch nur Ihre Unterschrift auf …” Ich nehme das Blatt, dass er mir vehement auf meinem Schreibtisch zuschiebt und merke, wie sich sein Blick erhellt. Ich überfliege den Inhalt nur augenscheinlich, ehe ich langsam einatme und merke, wie ich mich langsam wieder beruhige. Mein Blick fällt erneut auf den Herrn vor mir. Ein kurzes erneutes Aufwallen von rasender subtiler Wut durchfährt mich, während ich das Papier einfach in zwei Teile zerreisse. Der Mann blickt mich mit offenem Mund an, ehe er ebenfalls aufsteht. “Was fällt Ihnen ein! Ich bin ein ehrenwerter Bürger dieses Districts! So eine Frechheit, ich werde Sie melden! Das hat ein Nachspiel!” Große Freude breitet sich in meiner Brust aus. “Ich gebe Ihnen noch einen Rat mit auf den Weg. Drohen Sie niemals jemandem der nichts mehr zu verlieren hat.” Der Mann läuft Rot an, dreht sich um und marschiert aus meinem Büro. Die Tür schließt sich wieder hinter ihm und ich falle in meinen Stuhl zurück. Ich schließe die Augen. Ich… Ich kann nicht mehr… Gedanken ziehen durch meinen Kopf und dann… völlige Leere. Was mache ich hier eigentlich? Ich tippe auf den Intercom Link. “Jacob, ich bin ab jetzt außer Haus. Bitte geben Sie meine Termine an Lorette Brahm weiter.” “Ich informiere die Stellvertretende Gouverneurin.” Damit schalte ich alles ab und verlasse mein Büro über eine Tapetentür. Ich steige in meinen Gleiter, der auf den internen Parkplätzen untergebracht ist und halte nur kurz inne, ehe ich ihn starte und heimfliege.

Kapitel 2: 10.1.3051

Es hat sich so viel verändert und das alles so plötzlich. Wie viel Schuld trage ich? Warum habe ich mir das alles überhaupt erst angetan. Sie waren alles was ich wollte. Ohne sie, was bringt das alles? Es sind immer dieselben Gedanken die mir durch den Kopf gehen. Jeden Tag. Es sind die ersten Gedanken am Morgen und die letzten am Abend und insbesondere wenn ich an ihrem Grab stehe. “Lorelei Lorendt 29.01.3015 - 12.01.3050 und Tanhil Lorendt 15.06.3044 - 12.01.3050” Ist das Fair? Ich habe mich das so lange gefragt, es ist jetzt über ein Jahr her. Nein, es ist sicher nicht Fair. Aber Fairness ist einfach kein zu erwartendes Konzept, zumindest nicht in der Natur. Ich lege eine gelbe Rose auf ihr Grab und mache mich auf den Weg zurück zu meinem Gleiter. Langsam öffne ich die Tür von der Garage in die Wohnung. Es ist eine gute Wohnung, nur das Wohnzimmer gefällt mir einfach nicht mehr, zu viele Erinnerungen vielleicht. Eventuell habe ich es aber auch schon immer scheußlich gefunden und nur nicht gehasst, weil sie da waren. Ein komischer Gedanke. Plötzlich vibriert mein Handgelenk. Ich hebe meinen Arm, bereits annehmend, dass Lorette Brahm einen Anfall der Überforderung erleidet, aber es ist tatsächlich ein völlig unerwarteter Kontakt. Ein Regierungsanruf. “Hannah Lorendt, bitte?” “Geehrte Frau Lorendt”